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Die Besucher erahnten wohl, dass es eine Glanzleistung geben könnte und kamen deshalb zahlreich in die Pfarrkirche Heilig Geist. Schon zur Konzerteinführung eine halbe Stunde vorher waren die meisten Zuhörer anwesend.

Schramberg. Am Ende gab es bei Beifallsstürme in Heilig Geist für die großartige Leistung aller Mitwirkenden. Dirigent Mike Krell informierte kurz über den Inhalt. Im Programm waren die Worte des Oratoriums von Felix Mendelssohn-Bartholdy auch zu lesen.

Die seit einem Jahr in verschiedenen Chören erfolgten Proben hatten sich gelohnt. Zwei Tage zuvor war Premiere und bereits der erste Auftritt in Haigerloch-Trillfingen ist mit stehenden Ovationen belohnt worden, erzählte ein Chormitglied.

Etliche Mitwirkende sind in Schramberg nicht unbekannt. So war Dirigent Krell Gesangslehrer und Chorleiter an der Musikschule. Sopranistin Claudia Habermann leitet die Chorgemeinschaft Frohsinn und Tenor Marcus Elsäßer war vor über einem Jahr in der Matthäus-Passion zu erleben. Weitere Solisten waren Altistin Sandra Heinz, sowie Bariton Andreas Reibenspies aus Trossingen, in der Titelpartie des "Elias". Sie alle verzauberten die Besucher, die andächtig zuhörten. Eine ganz junge Stimme ließ aufhorchen: Der aus Schramberg stammende zwölfjährige Henrik Nagel. Mit seiner glockenklaren Stimme sang er die Partie eines Engels von der Empore herunter. Auf der gegenüber liegenden Empore sangen rund 40 Kinder und Jugendliche unter der Leitung von Peter Straub über die Engelserscheinungen. Der Vokalis- Jugendchor der Musikschule Schramberg und der Jugendchor Bildechingen waren hier vereint. Im mit 45 Personen besetzten Orchester musizierten Lehrer und Schüler der Musikschule zusammen mit professionellen Musikern der Region. Auch der mit 90 Personen bestehende Oratorienchor setzte sich aus Einzelchören der drei Aufführungsorte zusammen. Im "Elias Projektchor" wirkten Sängerinnen und Sänger des Frohsinns und anderen Chören aus Schramberg und Umgebung mit, zudem die Chöre "inTakt" aus Horb und der Chor "Zollernalb Vox Humana".

Wer sich auf die Musik und die Texte einließ, war ergriffen vom Geschehen. Gar mancher Zuhörer hat an entsprechenden Stellen eine Gänsehaut bekommen. Gleich zu Beginn klagt das Volk darüber, dass Gott Missetaten nicht sieht und kehrt sich weiter von ihm ab. Gewaltig und durchdringend hallten die klagenden Worte des Chores durch das Kirchenschiff.

Der Prophet Elias verkündet das Wort Gottes und bekämpft die Anhänger des Baals-Kults. Die Baalspriester verfallen in ihrem dreifachen Ruf beinahe in Ekstase, der Chor war hier wiederum bestens aufgelegt. Dirigent Krell hat es ausgezeichnet verstanden, die Chor- und Orchestermitglieder ebenbürtig zu behandeln.

Mit einem Paukenschlag begann der zweite Teil des Oratoriums. Sopranistin Habermann erflehte mit ihrer Arie Stärkung von Gott für das Volk Israel. Elias verzweifelt schier, weil er glaubt, den Kampf gegen den Götzendienst zu verlieren. Nur 7000 Israelis sind nicht abtrünnig geworden. Um diese zu behalten, erscheint Elias auf einem Berg der unsichtbare Gott. Der Messias wird angekündigt, der zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang erscheinen wird.

Der Schluss-Chor endete mit dem Amen. Nach kurzem Innehalten erhoben sich alle Besucher von ihren Plätzen und sparten nicht mit dem verdienten Beifall und Bravo-Rufen. So mancher wird hinterher noch lange mit diesem großartigen Erlebnis gedanklich beschäftigt gewesen sein. Die dritte Aufführung ist am 26. November um 18.30 Uhr in der Stiftskirche in Horb.

Quelle: schwarzwaelder-bote.de am 7.11.2016; Autorin: Christel Paskal